Wenn bei Woocommerce die Gutscheine nicht mehr funktionieren

Der buch & netz Online Shop läuft seit Anfang Jahr auf der Wordpress Erweiterung WooCommerce. Ich bin bisher sehr zufrieden damit, auch wenn es, insbesondere nach Updates immer mal wieder zu Problemen kommen kann, wie in diesem Fall. 

buch & netz bietet Download-Gutscheine in Paketen für Unternehmen an, damit diese im Rahmen ihrer Content-Marketing Kampagnen zum Beispiel via Blogposts oder in einem Newsletter E-Books verschenken können. Dummerweise hat heute ein Kunde gemeldet, dass ein Gutschein, den er einzulösen versuchte, nicht gültig sei. 

Es hat sich dann schnell herausgestellt, wo das Problem lag. Offenbar werden seit einem Update Grossbuchstaben in den Gutscheincodes automatisch in Kleinbuchstaben umgewandelt. Bestehende Gutscheine, die noch Grossbuchstaben beinhalten werden allerdings nicht umgewandelt, sondern als Ungültig betrachtet, was natürlich nicht erwünscht ist. 

Hier im GitHub Issue Tracker zu WooCommerce gibt es eine Zeile Code, die, in die functions.php eingefügt, das Problem behebt: 

remove_filter( 'woocommerce_coupon_code', 'strtolower' ); // Remove coupons case-insensitive filter

Neue Netzsperren-Initiative des Bundesrates

Bild: Public Domain - Quelle: http://pixabay.com/p-107860/

Vor 2 Tagen, am 30. April 2014, hat der Bundesrat die Vernehmlassung zum geplanten neuen Bundesgesetz über Geldspiele (BGS) eröffnet

Einmal mehr sollen Netzsperren eingerichtet werden um eine lokale Branche zu schützen. Im 7. Kapitel steht der folgende Artikel:

Art.88 Sperrung des Zugangs zu nicht bewilligten Spielangeboten 

  1. Der Zugang zu online durchgeführten Geldspielen ist zu sperren, wenn die Spiel-angebote in der Schweiz nicht bewilligt sind.
  2. Gesperrt wird ausschliesslich der Zugang zu Angeboten, deren Anbieter ihren Sitz im Ausland haben und die in der Schweiz zugänglich sind.
  3. Die ESBK und die interkantonale Vollzugsbehörde führen und aktualisieren jeweils eine Sperrliste betreffend die Angebote in ihrem Zuständigkeitsbereich.
  4. Die Fernmeldedienstanbieterinnen sperren den Zugang zu den Spielangeboten, die auf der Sperrliste aufgeführt sind.

Wie wir wissen, stehen Netzsperren für unliebsame Inhalte auch auf der Forderungsliste der AGUR12

Die Grundsätzlichen Probleme im Zusammenhang mit Netzsperren sind hinlänglich bekannt und müssen nicht wiederholt werden.

Ich möchte hier darauf aufmerksam machen, dass es sich abzeichnet, dass für jedes Problem welches irgendeine Interessengruppe gerade sieht, das Instrument der Netzsperren gefordert wird und dass wir eine Inflation der Sperrlisten sehen werden, wenn wir dieser Idee nicht eine klare grundsätzliche Absage erteilen.

Ein Internet welches durch politisch motivierte Sperrlisten blockiert ist, ist ein Internet der Zensur und des Totalitarismus.

Wir müssen endlich einsehen, dass die vielen einzelnen Gründe für Sperrlisten am Ende zu einem völlig unfreien und ungerechten System führen werden, welches einzig dazu dient, bestehende Strukturen zu schützen und die ursprüngliche Idee, der politischen und ökonomischen Befähigung des Einzelnen in kleinen und dezentralen Systemen, vernichtet.

Wir dürfen uns nicht blenden lassen von Begehrlichkeiten von Industrien, die unter dem Deckmantel des Schutzes des kleinen Mannes (und der kleinen Frau natürlich) bzw. des kleinen Künstlers, nicht anderes im Sinn haben, als den grossen Machtstrukturen, ihre etwas in Bedrängnis geratene Position zu sichern.

Auch in diesem Gesetz geht es in erster Linie darum, dem Kapital der Kasinobetreiber und den Pfründenverwalter der Lotteriegesellschaften ihre Geldquellen zu sichern. Der unbedarfte Spieler, den zu schützen sie vorgeben, ist ja gerade der, den sie gerne selber ausnehmen wollen. 

Bild: Public Domain - Quelle: http://pixabay.com/p-107860/

Loudr - eine interessante Bandcamp Alternative?

An den beiden Workshops mit dem Verein Musikschaffende Schweiz zum Thema "Monetarisierung von Musik im Internet" haben wir auch über die nützliche und auch bei uns zunehmend beliebte Lösung Bandcamp gesprochen. Vor ein paar Tagen bin ich nun über "Loudr.fm" gestolpert. Die Plattform bietet ähnlich wie Bandcamp eine Möglichkeit seine Musik direkt zu verkaufen, kann diese aber zusätzlich auch gleich an die wichtigsten Online-Stores und Streaming Plattformen verteilen. Ob man den Service auch aus der Schweiz heraus nutzen kann, weiss ich nicht. Falls jemand damit bereits Erfahrung gesammelt hat, würde mich ein kurzer Bericht interessieren.

Linkliste zur AGUR12 - Updated 8. Dezember 2013

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Die AGUR12 ist eine Arbeitsgruppe, die von Bundesrätin Simonetta Sommaruga ins Leben gerufen wurde und sich im Oktober 2012 das erste Mal getroffen hat. Die AGUR12 soll «bis Ende 2013 Möglichkeiten zur Anpassung des Urheberrechts an die technische Entwicklung aufzuzeigen.».

Dabei müssen wir uns im Klaren darüber sein, dass diese Arbeitsgruppe aufgrund intensiven Lobbyings, insbesondere der Unterhaltungsindustrie, zustande gekommen ist, weil wir in der Schweiz eines der liberalsten Urheberrechte haben. Wir alle sind damit bisher gut gefahren und es gibt derzeit absolut keinen Grund die rechtliche Situation anzupassen.

Es werden bei uns zum Glück keine existenzbedrohenden Prozesse gegen Jugendliche und ihre Eltern geführt und trotzdem sind für die Schweizer Kulturschaffenden keine nennenswerten Verluste von Einnahmen durch Verstösse gegen das Urheberrecht zu verzeichnen. Zumindest war bisher noch niemand in der Lage uns mal eine Zahl zu nennen, über die wir dann diskutieren könnten.

Die AGUR12 ist nur dem Anschein nach ausgewogen zusammengesetzt. In Wahrheit hat die Unterhaltungsindustrie dort das stärkste Gewicht und es spricht Bände, dass die Gruppe nicht bekannt geben will, welche 3 der 15 Mitglieder den Schlussbericht geschrieben haben. 

Nun denn, ich denke, die Diskussion um die Ergebnisse der AGUR12 bzw. um die Inhalte des Schlussberichtes wird uns noch eine Weile beschäftigen, darum werde ich hier eine Linkliste führen, damit wir uns einfach und schnell ein Bild über die Situation machen können. 

Diese Liste ist natürlich weder ausgewogen noch abschliessend. Es geht vor allem darum, die Stimmen denjenigen, die nicht zur Mitarbeit in  der Arbeitrgruppe eingeladen wurden, aber massgeblich von den Ergebnissen betroffen sind, zu Wort kommen zu lassen. Wir, die das Internet täglich nutzen, wir, die das Kulturschaffen auf vielfältige Weise unterstützen, wir, die keinen Zensur- und Überwachungsstaat Schweiz wollen.

Wenn Ihr weitere Links kennt, die ich hier anfügen sollte, dann meldet Euch bitte, in den Kommentaren oder via Kontaktformular.

(Bild: Wikimedia Commons, Public Domain)

Liste von freien eBooks zum Thema Programmieren

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Wer programmieren lernen will, und dies lieber auf klassischem Weg durch Bücher vermittelt machen möchte, als über die, derzeit hoch im Kurs stehenden, Learning-Communities wie Codecademy oder Treehouse, findet hier eine Liste von frei verfügbaren eBooks zu diversen Aspekten des Programmierens von Computern.  (via t3n)

(Bild: Ausschnitt von Agda Proof von Alexander Buisse auf Wikimedia Commons, CC-BY-SA)

Distrokid - Digital Music Distribution mit 100% Auszahlung

Eines der Probleme, die kleinere Bands und Labels zu lösen haben, ist die Distribution ihrer Musik in die grossen Online-Shops wie iTunes und Google Play ohne dass dabei ein gewichtiger Teil des Umsatzes, zusätzlich zu dem was die Storebetreiber nehmen, abezwackt wird.

Mit Distrokid ist ein neuer interessanter Anbieter auf dem Markt, der für eine Flatfee von 20 USD pro Jahr eine unlimitierte Anzahl Song-Uploads erlaubt und von den ausbezahlten Umsatzanteilen der Shop-Betreiber nicht auch noch zusätzliche Prozente verlangt. Well done Distrokid. Darüber werden wir an unserem Workshop zur Monetarisierung von Musik im Internet bestimmt auch noch  sprechen.  (via E-Mail von @martinsteiger)

Steve Jobs zu den Gründen warum Tablets keinen Erfolg haben werden (2003)

Die Aussagen zur Tastatur- vs. handschriftlicher Eingabe waren ja schon richtig, ein Windows TabletPC kostetet zu dieser Zeit tatsächlich mehrere Tausender, und war im Vergleich zu den Tablets von heute von zu schwer und zu mühsam zu bedienen. Das Video zeigt auch, dass es im Leben dazu gehört, die eigene Meinung zu ändern, wenn sich die Ausgangslage geändert hat. Der Ausschnitt zum Tablet im Video: "Steve Jobs in 2003 at D1 the First D All Things Digital Conference (Enhanced Quality)" beginnt bei ca. Min. 07:24.

 

Offizielle Absage an DRM-Systeme der Schweizer Verwertungsgesellschaften

In der Musikbranche ist die Unsitte, die Files, die die Konsumentinnen und Konsumenten kaufen, mit Kopierschutz zu versehen, zum Glück schon länger Geschichte. In der Film- und in der Buchbranche leider nicht. Bei den meisten Verlagen und Autoren herrscht immer noch die Meinung vor, man müssen vom unehrlichen Käufer ausgehen, der ein einmal bezogenes Werk sofort in alle Welt verschickt und verschenkt oder sogar ins Netz stellt. 

Da ist es doch äusserst erfreulich zu lesen, dass die vereinigten Schweizer Verwertungsgesellschaften in einer FAQ zur Leerträgervergütung unmissverständlich klar machen, dass DRM keine Zukunft hat und die Rechteinhaber darauf verzichten sollten: 

...Soweit es [DRM-Systeme] gibt, sind es meist geschlossene Systeme, die nicht oder nur beschränkt mit einem anderen System verbunden werden können und Probleme bei der Archivierung schaffen. Der Zugang zu allen Werken und Leistungen ist für die Nutzer damit keineswegs gewährleistet. DRM-Systeme können auch unter Aspekten des Persönlichkeitsschutzes problematisch sein. Weder in der Musikwelt noch in einem anderen Bereich hat sich DRM durchsetzen können, und die vier grossen Major-Labels verkaufen ihre Musik im Internet über zahlreiche Plattformen ohne Kopierschutz. Die Schweizer Verwertungsgesellschaften lehnen DRM aus den genannten Gründen ab...

 (Bild: Ausschnitt des Fotos Warning DRM von YayAdrian auf Flickr, CC-BY 2.0)

Natur-Geräusche-Generator

Aus der Serie: Im Netz finden wir alles, was wir einmal brauchen könnten – Zum Beispiel die Site «naturesoundsfor.me» einen Natur-Geräusche-Generator der neben Regen, Donner, Sturm, Strandwellen, Vögelgezwitscher und allerlei anderer Geräusche, die die Natur so hergibt, auch den Sound von Darth Vader's Atembeschwerden zur Verfügung stellt. Man kann sich den Mix aus vier Kanälen selber zusammenstellen und danach als Soundfile in gewünschter Länge exportieren. Das klingt dann so:

Battle of Ideas in Zürich mit Andrew Keen und Gerd Leonhard

Die «Battle of Ideas» kommt nach Zürich, meines Wissens, das erste Mal. Am 22. Oktober von 19:00h bis 21:00h kreuzen sich der Internet-Kritiker Andrew Keen und der Futurist Gerd Leonhard, der sich in der Schweiz u.A. mit seinem Musik-Flatrate-Vorschlag engagiert hat, die Klingen. Mit von der Partie ist der Autor & Berater Martyn Perks, moderiert wird die Runde von der Autorin Timandra Harkness. Das Thema des Abends heisst: "What does privacy mean in a connected world?" . Der Anlass findet im Zunftsaal, Blue Monkey, Zunfthaus zur Schneidern. Stüssihofstatt 3 in 8001 Zürich statt.