Eine spielbare virtuelle Sammlung von LCD-Handheld Spielen aus den 1980ern

Zum Ausklang des Wochenendes ein Link für Nerds mit Hang zur Nostalgie. Diese Gameboy-Vorläufer haben mir als Kind so manche langweilige Autofahrt auf dem Rücksitz erträglicher gemacht. Hier hat jemand keinen Aufwand gescheut, einige davon in den Browser zu bringen. In Flash zwar, aber immerhin und alle spielbar! Die Website heisst PicaPic und ist von Hipopalam. Have fun.

Das Profil: Friedrich Luft im Gespräch mit Max Frisch (1965)

Friedrich Luft (1911-1990),  gewichtiger Theater- und Kulturkritiker, hat von 1962 bis 1969 unter der Bezeichnung "Das Profil" eine Gesprächssendung im SFB (Sender Freies Berlin, heute RBB) moderiert. Die Sendung konnte, wie wir einem Spiegel Beitrag aus dem Jahre 1961 entnehmen können, nicht wie geplant starten, weil der erste Talkgast, den Fridrich Luft für seine Premiere vorgesehen hatte, bei den damaligen Intendaten der ARD in Ungnade gefallen ist.

Ein paar Monate später konnte dann "Das Profil" doch noch auf Sendung gehen, was uns wiederum nun den Glücksfall beschert, ein Gespräch dieses Friedrich Luft mit Max Frisch aus dem Jahre 1965 aufgezeichnet vorfinden zu können. 

Grossen Dank an den YouTuber "TextundBuehne", der dort auch sonst viel interessantes aus seinem TV Archiv bereitstellt.

Nun aber Film ab für Max Frisch und Friedrich Luft. Man beachte auch, wie immer bei historischen Aufnahmen von TV-Gesprächen, die freie, ungezwungene Raucherei. 

Max Frisch - Gespräch mit Friedrich Luft 1/2 (YouTube Link):

Max Frisch - Gespräch mit Friedrich Luft 2/2 (YouTube Link):

Offizielle Absage an DRM-Systeme der Schweizer Verwertungsgesellschaften

In der Musikbranche ist die Unsitte, die Files, die die Konsumentinnen und Konsumenten kaufen, mit Kopierschutz zu versehen, zum Glück schon länger Geschichte. In der Film- und in der Buchbranche leider nicht. Bei den meisten Verlagen und Autoren herrscht immer noch die Meinung vor, man müssen vom unehrlichen Käufer ausgehen, der ein einmal bezogenes Werk sofort in alle Welt verschickt und verschenkt oder sogar ins Netz stellt. 

Da ist es doch äusserst erfreulich zu lesen, dass die vereinigten Schweizer Verwertungsgesellschaften in einer FAQ zur Leerträgervergütung unmissverständlich klar machen, dass DRM keine Zukunft hat und die Rechteinhaber darauf verzichten sollten: 

...Soweit es [DRM-Systeme] gibt, sind es meist geschlossene Systeme, die nicht oder nur beschränkt mit einem anderen System verbunden werden können und Probleme bei der Archivierung schaffen. Der Zugang zu allen Werken und Leistungen ist für die Nutzer damit keineswegs gewährleistet. DRM-Systeme können auch unter Aspekten des Persönlichkeitsschutzes problematisch sein. Weder in der Musikwelt noch in einem anderen Bereich hat sich DRM durchsetzen können, und die vier grossen Major-Labels verkaufen ihre Musik im Internet über zahlreiche Plattformen ohne Kopierschutz. Die Schweizer Verwertungsgesellschaften lehnen DRM aus den genannten Gründen ab...

 (Bild: Ausschnitt des Fotos Warning DRM von YayAdrian auf Flickr, CC-BY 2.0)

Huffington Post Deutschland: Welcome und viel Erfolg

Heute wollen wir festhalten, dass wir einen wichtigen Tag für das deutschsprachige Netz erleben. Die Huffington Post hat unter viel vorausgehender Kritik ihren Ableger in Deutschland gestartet und wir können aus guten Grünen hoffen, dass die hiesige Blogosphäre dadurch einen wichtigen Impuls erhält.

Es ist eigentlich traurig, dass es keines der bestehenden Zeitungsportale gewagt hat, Plattformen zu schaffen die ihren Leserinnen und Leser echte Beteiligung ermöglichen. Lieber lästert man über die Qualität der Kommentare, drückt das unsinnige Leistungsschutzrecht durch und hofft, dass irgendwann einmal alle News hinter Paywalls publiziert werden und die alte Welt dann wieder in Ordnung ist.

Wir freuen uns darüber, dass nun endlich auch hierzulande etwas anderes versucht wird, als einfach nur die Zeitung auf den Bildschirm zu drucken und wünschen der HuffPost in Deutschland auf jeden Fall viel Erfolg.

Workshop zur Monetarisierung von Musik im Internet

Christoph Trummer vom Verein Musikschaffende Schweiz und ich haben in der Frage, wie in der Schweiz das Urheberrecht ausgestaltet werden sollte, das Heu meistens nicht auf derselben Bühne. Wir sind aber beide der Meinung, dass wir uns deswegen nicht die Köpfe einschlagen müssen und dass es schade ist, wenn sich viele Schweizer Bands und Künstler die Möglichkeiten, die Ihnen das Netz bietet, nicht stärker nutzbar machen.

Darum gibt es nun diesen Workshop der sich um das Thema "Monetarisierung von Musik im Internet" dreht. Mit Moritz Zumbühl, der einer der Mitgründer und erster Präsident des Schweizer Labels kuenschtli.ch war – das Label bei welchem, neben vielen Leckerbissen, auch das grossartige Fisher Album erschienen ist – habe ich einen perfekten Partner für die Durchführung dieses Tages gewinnen können. 

Ich freue mich auf den Austausch mit den Musikschaffenden und hoffe, dass wir am 9. November den einen oder anderen mit unserer Begeisterung für das Netz anstecken können.

Natur-Geräusche-Generator

Aus der Serie: Im Netz finden wir alles, was wir einmal brauchen könnten – Zum Beispiel die Site «naturesoundsfor.me» einen Natur-Geräusche-Generator der neben Regen, Donner, Sturm, Strandwellen, Vögelgezwitscher und allerlei anderer Geräusche, die die Natur so hergibt, auch den Sound von Darth Vader's Atembeschwerden zur Verfügung stellt. Man kann sich den Mix aus vier Kanälen selber zusammenstellen und danach als Soundfile in gewünschter Länge exportieren. Das klingt dann so:

Battle of Ideas in Zürich mit Andrew Keen und Gerd Leonhard

Die «Battle of Ideas» kommt nach Zürich, meines Wissens, das erste Mal. Am 22. Oktober von 19:00h bis 21:00h kreuzen sich der Internet-Kritiker Andrew Keen und der Futurist Gerd Leonhard, der sich in der Schweiz u.A. mit seinem Musik-Flatrate-Vorschlag engagiert hat, die Klingen. Mit von der Partie ist der Autor & Berater Martyn Perks, moderiert wird die Runde von der Autorin Timandra Harkness. Das Thema des Abends heisst: "What does privacy mean in a connected world?" . Der Anlass findet im Zunftsaal, Blue Monkey, Zunfthaus zur Schneidern. Stüssihofstatt 3 in 8001 Zürich statt. 

Besser eine Rotation-Beschränkung statt eine Quote für Schweizer Musik

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Eine Quote für Schweizer Musik am Radio fordert der CVP Nationalrat Luc Barthassat. Auf der Website von Joiz finden wir die Argumente für und gegen ein solches Ansinnen. Ich sehe es wie Mathias Möller. Eine solche Quote würde den vielen tollen Schweizer Bands und Künstlern nicht viel bringen.

«Es würde immer noch immer nur das Gleiche laufen. Die Heavy-Rotation-Kandidaten Lady Gaga, Rihanna und David Guetta würden eben durch Baschi, Gölä und Stefanie Heinzmann ersetzt.» (Mathias Möller auf joiz)

Von den angestrebten 25% würden vor allem die bereits erfolgreichen profitieren. Der von den Marketingleuten errechnete Durchschnitts-Musikgeschmack der Masse lässt sich auf diese Weise nicht ändern. 

Wir könnten statt dessen für alle öffentlich-rechtlichen Stationen und diejenigen Privaten, die Gebührengelder beziehen, eine Rotation-Beschränkung einführen. Ein Song dürfte maximal 52 mal pro Jahr gespielt werden. Wer ihn öfter hören will, soll selber dafür sorgen.

Oder man könnte einen degressiven Tarif für die Verwertungsgesellschaften definieren. Je öfter ein Song gespielt wird, desto tiefer der Tarif. Auch die Verteilung der Gebührengelder könnten wir an Vielfalt koppeln. Je mehr verschiedene Songs pro Jahr gespielt werden, desto mehr Geld bekommen die Radiostationen. 

Der Staat muss dort eingreifen, wo der Markt nicht das gewünschte Ergebnis erzielt. Wenn also die meisten Radiostationen alle mehr oder weniger dasselbe spielen und wir als Gesellschaft Vielfalt wünschen, wären diese Vorschläge wohl wirksamer als die geforderte Quote.  

(Bild: 4 Pitch @ Technics 1210 CC BY 2.0, Acid Pix on Flickr) 

Das nutzlose Netz

Für alle, die sowieso der Meinung sind, dass das Netz überbewert und nutzlos ist, gibt es hier einen Link, den sie den ganzen Tag immer wieder von Neuem klicken können, um sich in ihrer Meinung zu bestärken. Und für die anderen sei erwähnt, dass es sich hier um das Tor zur Wahrheit handelt, der Link der dir immer wieder zeigen wird, worum es in Deinem Leben eigentlich geht  Setz Dich hin, drücke den Button und geniesse für einen Moment das nutzlose Netz: theuselessweb.com.

 

Zum Vertrag der SUISA mit Youtube bzw. Google

Rückwirkend auf den 1. September bezahlt Google via SUISA an die Schweizer Komponisten und Texter einen Beitrag, wenn deren Musik auf der beliebten Videoplattform erklingt. Diese Einigung ist grundsätzlich zu Begrüssen, verhindert sie doch Zustände wie in Deutschland, wo ein grosser Teil der Videos, die Musik beinhaltet, nicht gesehen werden können.

Allerdings ist es problematisch, dass der Inhalt des Vertrages, und vor allem die Höhe und die Kalkulationsgrundlagen der Entschädigung nicht öffentlich sind. Weiterhin ist es wichtig, dass nicht nur Grosskonzerne wie Google musikbasierte Dienste anbieten können, sondern dass auch kleine Unternehmen und Start-Ups ohne grossen Transaktionsaufwand Lizenzrechte erwerben können. Es muss möglich sein, ohne eigene Anwaltstruppe und ohne monatelange Verhandlungen Inhalte für die Nutzung im Netz zu lizenzieren, sodass neben den grossen Unterhaltungskonzernen auch viele kleine Nischenanbieter entstehen können.