Bücher scannen mit dem neuen Fujitsu ScanSnap SV600

Seit einigen Jahren scanne ich hin und wieder Bücher, zuerst mit dem Plustek OpticBook 3600Plus und danach mit dem grösseren und schnelleren OpticBook A300. Dazwischen habe ich mal eine eigene Konstruktion mit Reproständer, Seitenleuchten, Glasplatte und Fotokamera aufgebaut, was aber nie befriedigend funktioniert hat. 

Nun hat Fujitsu ihre geniale ScanSnap Serie, aus welcher auch das Modell in meinem papierlosen Büro stammt, um ein neues und aussergewöhnliches Gerät erweitert: den ScanSnap SV600. Dieser Overhead-Scanner verspricht erstmals brauchbare Resultate zu einem vernünftigen Preis (ca. 750€) zu liefern. Scheinbar wurden die typischen Nachteile solche Geräte, wie die die Fokussierung auf die Mitte des Dokumentes oder Probleme mit der Ausleuchtung der Vorlage, beseitigt. Ein vielversprechendes Teil, welches ich bestimmt bald testen werde. 

The ScanSnap SV600 takes a completely new look on scanning, bringing contact-less scanning to document capture.The scanner offers simple, intuitive, one-button operation and can digitise a variety of objects in different shapes and sizes -- such as bound or stapled documents up to A3 size, notebooks, newspapers, catalogues, business cards, fragile originals, and objects up to 3 cm thick.

(via @martinsteiger

Booksorber - Eine Software die das Bücher scannen schnell, einfach und kostengünstig macht.

Vor ein paar Wochen wurde ich in einem Kommentar zu meinem zwei Jahre alten Blogpost "Bücher Scanen für das Ipad" auf das Projekt "Booksorber" aufmerksam gemacht. Es handelt sich dabei um eine Software, die aus fotografierten Buchseiten, brauchbare Vorlagen für PDF E-Books erstellt.

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Bücher scannen für das iPad

Tim O'Reilly hat vor ein paar Monaten mal getwittert, dass immer mehr Japaner ihre Bücher einscannen um diese auf dem iPad oder anderen E-Book Readern zu lesen, und auf einen Artikel zu diesem Thema hingewiesen (der leider bereits nicht mehr verfügbar ist).

Was dem einen oder anderen nun absurd erscheinen mag, ist letztendlich die einzige Möglichkeit einen grossen Teil unserer gedruckten Kultur digital verfügbar zu machen.

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Nationalbibliothek - eindrücklich, aber die sind nicht wirklich am Bücher scannen.

Ich habe die Tage der offenen Tür der Schweizerischen Nationabibliothek NB zum Anlass genommen, mich ein wenig über deren Werkzeuge und Aktivitäten in Sachen Content Digitalisierung schlau zu machen.

Bevor ich mich dazu äussere aber noch kurz ein paar eindrückliche Fakten über unsere Nationalbibliothek: Sie versucht seit mehr als 100 Jahren möglichst alles was irgendwie mit der Schweiz zu tun hat (Helvetica) zu archivieren1. Alles von Schweizer Autoren, alles was in der Schweiz publiziert oder gesendet wird, auch Vereins- und Firmenpublikationen, Amtliche Schriften usw. sowie alles was im Ausland über die Schweiz veröffentlicht wird oder sonstwie im Bezug zur Schweiz steht, z.B Übersetzungen Schweizer Autoren, usw.

Ich bin ja auch ein Messie, aber da da läppert sich dann doch einiges mehr zusammen als in meinen Archiven :-). Wir sprechen hier von fast 5 Millionen Einheiten. 2.5 Millonen Bücher oder 500'000 Bände fortlaufender Publikationen, also Zeitungen, Zeitschriften und andere Periodika. 500'000 graphische Blätter, usw.2 Das neue Tiefmagazin in Bern bietet auf 4 Stockwerken zusätzlichen Platz für 83 Kilometer Regalfläche. 1997 wurde das erste Tiefmagazin mit ca. 59 Kilometern Regalen auf 7 Stockwerken eingeweiht.3

Übrigens müssen bei uns weder elektronische noch gedruckte Medienerzeugnisse an die Nationalbibliothek geliefert werden. Die Verlage tun dies aufgrund eines freiwilligen Abkommens seit 1915. Aus dieser Tradition heraus wurde bei uns auch nicht daran gedacht, Website Betreiber dazu zu verpflichten, ihre Website Inhalte einzuliefern, wie das etwa in Deutschland der Fall ist.4

Nachdem ich den ersten Rundgang durch das neue Lager abgeschlossen hatte, bin ich endlich im Raum für Reproduktion und Scanning angekommen. Dort habe ich eigentlich gehofft, ja erwartet, dass ich 5-10 Bücherscanner dieser Art antreffen würde (Youtube Video):


Stattdessen gab es dort 2 Arbeitsplätze wie diese (Foto):

Es hat sich dann im Gespräch herausgestellt, dass hier sehr gemächlich einzelne Seiten bzw. Bücher gescannt werden. Und zwar die, die oft nachgefragt werden. Diese können dann auf CD-Rom bezogen werden. Der Server für den Online Zugang sei seit Anfang Jahr im Aufbau!

Die Scanstationen seien vor allem dazu da, Reproduktionen anzufertigen. Die Leute dort denken immer noch vollständig in Papier. Der Buchscanner ist Teil eines Kopierprozesses. Die gescannten Vorlagen sollen wieder gedruckt und die gedruckten Seiten gebunden werden. Darum wird hier auch kein OCR Verfahren auf die gescannten Seiten angewendet. Es hat mich tatsächlich jemand gefragt, wozu das gut sein soll? Als ich darauf geantwortet habe:"für die Volltextsuche zum Beispiel oder die einfache Zitierung durch kopieren und einfügen" meinte der nette Herr: "Das ist kein Bedürfniss der Bibliotheken, höchstens der Kunden" ;-).

Es wird, so wie es aussieht noch sehr lange dauern, bis unser gedrucktes kulturelles Erbe auch nur ansatzweise online verfügbar sein wird. Und wenn ich mir die strategische Planung 2009-2015 (sic!) des e-Helvetica Projektes so ansehe (PDF), bin ich mir nicht sicher, dass ich das noch erleben werde. Ich werde also weiter sammeln, was das Zeug hält und mir vielleicht mal einen besseren Bookscanner anschaffen als meinen Plustek OptiBook3600 (Youtube Video). Zum Beispiel ein BookEye (Youtube Video).

Oder ich fahre hin und wieder mit einem Rucksack voller Bücher nach Bern. Denn das wiederum finde ich sehr innovativ: Dort, wo die öffentlichen Kopierer stehen, gibt es auch einen öffentlichen Buchscanner. Einen Zeutschel OS12000 und solange ich nichts ausdrucken, sondern nur die Files haben will, ist die Nutzung kostenlos (Youtube Video):

Hier auf andreasvongunten @ posterous gibt es noch die restlichen iPhone Fotos (Schnappschüsse) meines Rundganges durch die Schweizerische Nationalbibliothek.

Und hier noch ein etwas langatmiges Video zum neuen Tiefmagazin:

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1 Die Nationalbibliothek hat 1895 ihren Betrieb aufgenommen.
2 In der Broschüre "Die Sammlungen" (2007), wird nicht die Gesamtzahl der Einheiten erwähnt, in der Medienmitteilung zur Pressekonferenz zur Eröffnung des neuen Tiefmagazins wird von 5 Millionen Dokumenten geschrieben.
3 Pressemitteilung zu den Tagen der offenen Tür.
4 In Deutschland ist offenbar eine "Verordnung über die Pflichtablieferung von Medienwerken an die Deutsche Nationalbibliothek" in Kraft (FAZ Online) In der Schweiz gibt es das Projekt e-Helvetica. Hier werden aber entgegen den Aussagen im FAZ Online Artikel, die Website Betreiber nicht dazu verpflichtet die Daten zu liefern, wie mir ein Mitarbeiter der NB erklärt hat.